Taillenumfang: Ein besserer Risikoindikator als das Gewicht
Wo das Fett sitzt, ist wichtiger als wie viel es ist. Bauchfett hängt direkt mit Herz-Kreislauf- und Diabetesrisiko zusammen – und die Taille misst es am einfachsten.
Zwei Menschen können gleiches Gewicht und gleichen BMI haben und doch völlig unterschiedliche Risiken – entscheidend ist, wo das Fett sitzt. Viszerales Bauchfett setzt Entzündungsstoffe frei und stört den Stoffwechsel; es ist weit gefährlicher als Unterhautfett an Armen und Beinen.
Richtig messen
- Zeitpunkt: morgens nüchtern, nach dem Toilettengang, stehend und normal atmend.
- Stelle: üblich ist die Mitte zwischen unterem Rippenbogen und Beckenkamm (meist auf Bauchnabelhöhe); die WHO empfiehlt die Mitte zwischen Rippenbogen und Darmbeinkamm.
- Technik: das Maßband liegt auf der Haut, ohne einzudrücken; am Ende einer normalen Ausatmung auf 0,1 cm genau ablesen.
- Achtung: nicht den Bauch einziehen und nicht direkt nach einer großen Mahlzeit messen.
Referenzwerte
- Männer: ≥ 90 cm gelten als abdominale (zentrale) Adipositas.
- Frauen: ≥ 80 cm gelten als abdominale Adipositas.
- Oberhalb dieser Werte steigen die Risiken für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.
Das sind gängige Schwellen; je nach Land und Organisation weichen sie etwas ab. Kombinieren Sie den Wert mit dem BMI-Rechner – beide zusammen ergeben ein verlässlicheres Bild.
Was tun bei großem Taillenumfang?
Die gute Nachricht: Viszeralfett reagiert gut auf Lebensstiländerungen. Weniger raffinierte Kohlenhydrate und zugesetzter Zucker, mehr Ausdauertraining, ausreichend Schlaf und weniger Alkohol reduzieren das Bauchfett wirksam. Wichtig: Gezielter Fettabbau an einer Stelle funktioniert nicht – der Körper mobilisiert Fett global, und der Bauch verändert sich meist zuerst.
Begleitend sind der Körperfettrechner und Verhältniswerte wie in Körperbautyp aussagekräftiger als die bloße Waage.
