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Gesundheit4 Min. Lesezeit

Taillenumfang: Ein besserer Risikoindikator als das Gewicht

Wo das Fett sitzt, ist wichtiger als wie viel es ist. Bauchfett hängt direkt mit Herz-Kreislauf- und Diabetesrisiko zusammen – und die Taille misst es am einfachsten.

Zwei Menschen können gleiches Gewicht und gleichen BMI haben und doch völlig unterschiedliche Risiken – entscheidend ist, wo das Fett sitzt. Viszerales Bauchfett setzt Entzündungsstoffe frei und stört den Stoffwechsel; es ist weit gefährlicher als Unterhautfett an Armen und Beinen.

Richtig messen

  • Zeitpunkt: morgens nüchtern, nach dem Toilettengang, stehend und normal atmend.
  • Stelle: üblich ist die Mitte zwischen unterem Rippenbogen und Beckenkamm (meist auf Bauchnabelhöhe); die WHO empfiehlt die Mitte zwischen Rippenbogen und Darmbeinkamm.
  • Technik: das Maßband liegt auf der Haut, ohne einzudrücken; am Ende einer normalen Ausatmung auf 0,1 cm genau ablesen.
  • Achtung: nicht den Bauch einziehen und nicht direkt nach einer großen Mahlzeit messen.

Referenzwerte

  • Männer: ≥ 90 cm gelten als abdominale (zentrale) Adipositas.
  • Frauen: ≥ 80 cm gelten als abdominale Adipositas.
  • Oberhalb dieser Werte steigen die Risiken für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

Das sind gängige Schwellen; je nach Land und Organisation weichen sie etwas ab. Kombinieren Sie den Wert mit dem BMI-Rechner – beide zusammen ergeben ein verlässlicheres Bild.

Der Vorteil des Taillenumfangs: kein Gerät nötig, wenige Sekunden Aufwand, und oft die bessere Risikoprognose als der BMI.

Was tun bei großem Taillenumfang?

Die gute Nachricht: Viszeralfett reagiert gut auf Lebensstiländerungen. Weniger raffinierte Kohlenhydrate und zugesetzter Zucker, mehr Ausdauertraining, ausreichend Schlaf und weniger Alkohol reduzieren das Bauchfett wirksam. Wichtig: Gezielter Fettabbau an einer Stelle funktioniert nicht – der Körper mobilisiert Fett global, und der Bauch verändert sich meist zuerst.

Begleitend sind der Körperfettrechner und Verhältniswerte wie in Körperbautyp aussagekräftiger als die bloße Waage.