Der BMI reicht nicht: Warum Körperfett und Taillenumfang zählen
Der BMI presst alle Menschen in eine Formel – und bewertet daher Muskulöse und Ältere falsch. Wer seine Schwächen kennt, nutzt ihn richtig.
Der BMI ist ein Screening-, kein Diagnoseinstrument. Sein Wert liegt darin, dass er günstig, schnell und für große Gruppen tauglich ist; sein Preis ist die grobe Aussage für den Einzelnen.
Drei wesentliche Schwächen
- Er trennt nicht zwischen Muskel und Fett: Zwei Menschen mit 80 kg – Bodybuilder und Büromensch – können denselben BMI haben und völlig unterschiedliche Körper.
- Er ignoriert die Fettverteilung: Viszerales Bauchfett ist weit riskanter als Unterhautfett an Armen und Beinen – der BMI sieht das nicht.
- Er übersieht Alter und Geschlecht: Bei gleichem BMI tragen Ältere meist mehr Fett als Jüngere, und Frauen naturgemäß mehr als Männer.
Zwei sinnvolle Ergänzungen
Erstens der Körperfettanteil. Er zeigt direkt, wie viel Ihres Körpers aus Fett besteht – ein weit besseres Gesundheitssignal als das Gewicht. Schätzen Sie ihn mit dem Körperfettrechner. Heimwaagen messen ungenau, aber der Trend zählt mehr als ein Einzelwert.
Zweitens der Taillenumfang. Er spiegelt das Bauchfett und ist ein zentraler Warnhinweis für das metabolische Syndrom. Ab etwa 90 cm bei Männern und 80 cm bei Frauen steigt das Risiko deutlich (China-Leitlinie).
Richtige Anwendung
Holen Sie sich eine Einordnung über den BMI-Rechner und kombinieren Sie sie mit Körperfett und Taillenumfang. Wichtiger noch ist der Verlauf: ob die Werte über ein halbes Jahr steigen oder fallen, sagt mehr als eine Einzelmessung.
Ein Hinweis: Jeder Online-Rechner liefert nur Schätzwerte. Bei auffälligen Werten oder Vorerkrankungen zählt die ärztliche Untersuchung.
