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Gesundheit4 Min. Lesezeit

Wie viel Wasser am Tag? Rechnen Sie nach Gewicht, nicht nach „8 Gläsern“

„Acht Gläser täglich“ ist griffig, aber ein 50-kg-Mensch braucht erkennbar weniger als ein 90-kg-Mensch. Gewicht und Aktivität sind die besseren Größen.

„Acht Gläser (etwa 2 Liter) pro Tag“ ist allgegenwärtig – doch das ist eine gerundete Faustregel, die die wichtigsten Variablen ignoriert: Körpergewicht, Klima und Aktivität.

Berechnung über das Körpergewicht

Gängige Schätzung: Tagesmenge in ml = Körpergewicht in kg × 30 bis 35. Ein 60-kg-Erwachsener benötigt etwa 1.800–2.100 ml. Der Wasserbedarfsrechner liefert Ihnen einen personalisierten Wert.

Wann der Bedarf steigt

  • Sport und Schwitzen: etwa 500–700 ml zusätzlich pro Stunde Aktivität.
  • Hitze oder hohe Luftfeuchte: die Schweißverluste steigen deutlich – die Zufuhr folgt.
  • Höhenluft oder trockene Kabinen: über Atmung und Haut geht mehr Wasser verloren.
  • Fieber, Durchfall oder Erbrechen: der Verlust beschleunigt sich, Flüssigkeit und Elektrolyte müssen rasch ersetzt werden.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: der Bedarf steigt klar – die Menge gehört ärztlich bestätigt.

Wasser ist nicht nur Leitungswasser

Viele glauben, nur reines Wasser zähle. Tatsächlich zählt auch Nahrung – Obst und Gemüse bestehen oft zu über 90 % aus Wasser – sowie Suppe, Milch, Tee und Kaffee. Der milde harntreibende Effekt des Kaffees gleicht einen Teil aus, führt aber zu keinem Nettoverlust.

Der einfachste Check ist die Urinfarbe: hellgelb heißt gut versorgt, dunkelgelb heißt nachtrinken, völlig farblos kann zu viel bedeuten.

Viel hilft nicht viel

Wasser ist nicht beliebig vermehrbar. Sehr große Mengen in kurzer Zeit können eine Hyponatriämie auslösen – selten, aber lebensgefährlich. Bei Niereninsuffizienz oder Herzinsuffizienz legt der Arzt eine Trinkmenge fest; eine pauschale Formel gilt dort nicht.