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Finanzen4 Min. Lesezeit

Was sind Ihre 100 in 10 Jahren noch wert? Inflation und Kaufkraft

Inflation verringert nicht Ihr Geld, sondern das, was es kaufen kann. Wer das versteht, versteht auch, warum Anlegen nötig ist.

Bargeld in der Schublade verliert keine Ziffer – aber es kauft in zehn Jahren weniger. Das ist der Kaufkraftschwund durch Inflation: das am meisten übersehene und zugleich sicherste Risiko der privaten Finanzplanung.

Wie man Kaufkraft berechnet

Die Formel ist einfach: künftige Kaufkraft = heutiger Betrag ÷ (1 + Inflationsrate) ^ Jahre. Bei 3 % Inflation entsprechen 100 heute in zehn Jahren einer Kaufkraft von etwa 74, in zwanzig Jahren von etwa 55.

Der Inflationsrechner zeigt den Schwund für verschiedene Raten und Zeiträume.

Warum das zum Anlegen zwingt

  • Tagesgeldzinsen liegen meist unter der Inflation – die Realrendite ist negativ.
  • Selbst wenn Ihr Saldo nominal wächst: Liegt die Rendite unter der Inflation, sinkt die reale Kaufkraft weiter.
  • Bewerten Sie eine Anlage über die Realrendite: Nominalrendite minus Inflation.
3 % Inflation klingen harmlos, bedeuten aber eine Halbierung der Kaufkraft in rund 24 Jahren. Einfache Mathematik, die kaum jemand rechnet.

Angst vor Inflation ist dennoch kein Grund, blind zu spekulieren. Bauen Sie zuerst Ihren Notgroschen auf, investieren Sie langfristiges Geld in Anlagen mit realistischer Chance, die Inflation zu schlagen, und simulieren Sie das Ergebnis mit dem Zinseszinsrechner.

Auch Ihr Einkommen muss mitziehen

Ebenso übersehen wird die Einkommensseite. Steigt Ihr Gehalt über Jahre nicht, schrumpft Ihr Realeinkommen. Bei der Bewertung eines Jobs zählt, ob Gehaltssprünge die Inflation schlagen – wichtiger als die aktuelle Zahl.