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Finanzen4 Min. Lesezeit

Wie viele Monatsausgaben sollte Ihr Notgroschen decken?

„Drei bis sechs Monate“ lautet die Standardempfehlung – doch entscheidend sind Ihre berufliche Stabilität und Ihre familiäre Situation.

Fast jedes Finanzratgeber empfiehlt drei bis sechs Monatsausgaben als Reserve. Die Spanne ist vernünftig, verdeckt aber die eigentliche Frage: Ob drei oder sechs Monate nötig sind, hängt von Ihrem Risiko ab, nicht vom Durchschnitt.

Welche Faktoren zählen

  • Einkommensstabilität: Verbeamtung oder Festanstellung schwanken wenig; Freiberuf, Provisionsvertrieb und Selbstständigkeit stark.
  • Arbeitsmarkt: Wer in einer einstellungsfreudigen Branche schnell wieder Fuß fasst, kann weniger halten; in schrumpfenden Branchen braucht es mehr.
  • Haushaltsstruktur: zwei Einkommen ohne Kinder ist das geringste Risiko; ein Einkommen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen ist höher.
  • Fixkosten: Je höher nicht pausierbare Posten wie Hypothek, Autokredit und Versicherungen, desto größer der Puffer.
  • Vorhandene Absicherung: Krankenversicherung, Arbeitslosengeld und private Policen federn einen Teil ab.

Eine brauchbare Faustregel

  • 3 Monate: zwei Einkommen, keine Kinder, gesunde Branche, stabile Sozialversicherung.
  • 6 Monate: Ein-Einkommen-Haushalt, Hypothek, durchschnittliche Branche.
  • 9–12 Monate: Freiberufler, Gründer, Alleinerziehende, schwache Branche oder stark provisionsabhängiges Einkommen.

So berechnen Sie Ihren Betrag

Der Notgroschen deckt die notwendigen Ausgaben, nicht Ihren vollen Lebensstandard. Addieren Sie Miete oder Hypothek, Lebensmittel, Energie, Verkehr, Versicherungen und Mindestraten der Schulden zur monatlichen Basis, und multiplizieren Sie mit der Zielmonatszahl. Mit dem Sparzielrechner ermitteln Sie die nötige Monatsrate.

Ein Notgroschen ist auf Verfügbarkeit optimiert, nicht auf Rendite. Parken Sie ihn auf dem Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds – nicht in festverzinslichen oder schwankenden Anlagen.

Wann Sie ihn wirklich nutzen

Nur echte Notfälle zählen: Jobverlust, schwere Krankheit, unvermeidbare Großreparaturen. Geplante Ausgaben wie ein neues Auto, eine Reise oder eine Renovierung werden separat angespart und dürfen den Puffer nicht antasten. Nach einem Griff in die Reserve hat die Wiederauffüllung Priorität.