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Finanzen5 Min. Lesezeit

Die wahren Kosten eines Autokredits: Vier Posten neben der Rate

„Null-Prozent-Finanzierung“ klingt günstig, doch mit Gebühren, Versicherung, Steuer und Wertverlust liegt die Realität oft darüber.

Autokredit-Werbung konzentriert sich fast ganz auf die Monatsrate – „schon ab 80 pro Tag“. Entscheidend für die Tragfähigkeit sind aber die Gesamtkosten; die Rate ist nur ein Teil davon.

Vier Posten neben der Rate

  • Anzahlung: meist 20–30 % des Preises und die größte Einzelausgabe in bar.
  • Zulassungs- oder Verkehrsteuer: einmalig fällig, oft ein spürbarer Anteil.
  • Versicherung: im ersten Jahr am teuersten, danach sinkend, aber jährlich fällig.
  • Bearbeitungs- oder Vermittlungsgebühr: vom Kreditgeber erhoben, teils 2–3 % der Darlehenssumme.

Die Wahrheit über „Null Prozent“

Null- oder Niedrigzinsangebote holen sich die Kosten auf zwei Wegen zurück: höhere Bearbeitungsgebühren oder der Verzicht auf den Barpreisnachlass – beides zusammen gibt es meist nicht. Mitunter ist „hoher Nachlass plus normal verzinster Kredit“ insgesamt günstiger.

Zwei Angebote vergleicht man nur über die Gesamtkosten: Anzahlung + alle Raten + Gebühren + Zinsen − Nachlass. Lassen Sie sich nicht von der Monatsrate führen.

Mit dem Rechner vergleichen

Geben Sie beide Varianten in den Autokreditrechner ein und vergleichen Sie Zinssumme und Gesamtkosten. Wenn ein Händler nur die Rate nennt und nicht die Gesamtsumme, ist das ein Warnsignal.

Den Wertverlust nicht vergessen

Ein Auto verliert laufend an Wert. Ein Neuwagen büßt beim ersten Verlassen des Hofs meist 10–20 % ein, am stärksten in den ersten drei Jahren. Wer ein schnell an Wert verlierendes Auto über fünf Jahre finanziert, schuldet schnell mehr, als es wert ist.

  • Halten Sie die Laufzeit kurz, damit sie zum Wertverlust passt.
  • Prüfen Sie ein ein- bis dreijähriges Fahrzeug, das die steilste Abwertung hinter sich hat.
  • Setzen Sie die Anzahlung nicht zu niedrig an, sonst droht negatives Eigenkapital.

Prüfen Sie abschließend mit dem Kreditrechner, ob die Rate innerhalb Ihrer Belastungsgrenze liegt – siehe die 36-Prozent-Gesamtregel in Wie viel Haus können Sie sich leisten.