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Mathematik5 Min. Lesezeit

Mittelwerte täuschen: Mittelwert, Median und Modus richtig wählen

Warum wirkt das „Durchschnittsgehalt“ oft zu hoch? Weil Extremwerte den Mittelwert verziehen. Die richtige Kennzahl zeigt die Wahrheit. Lesen Sie die vollständige Anleitung mit Schritt-für-Schritt-Beispielen und praktischen Tipps.

Unter Meldungen zum „Durchschnittsgehalt“ schreiben viele, sie fühlten sich weggemittelt. Das Gefühl ist oft berechtigt – der Mittelwert reagiert stark auf Ausreißer.

Die drei Kennzahlen

  • Mittelwert: Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Am gebräuchlichsten, aber stark von Extremen beeinflusst.
  • Median: der mittlere Wert nach dem Sortieren. Unempfindlich gegen Extreme.
  • Modus: der häufigste Wert. Geeignet für kategoriale Daten.

Ein klares Beispiel

Ein Unternehmen hat 10 Beschäftigte: neun verdienen 8.000 im Monat, der Geschäftsführer 92.000. Der Mittelwert ist (9 × 8.000 + 92.000) ÷ 10 = 16.400 – klingt komfortabel. Der Median beträgt 8.000, und das ist die Realität der meisten.

Wenn von „Durchschnittseinkommen“ die Rede ist, fragen Sie: Mittelwert oder Median? Bei stark rechtsschiefen Daten wie Einkommen oder Immobilienpreisen ist der Median fast immer aussagekräftiger.

Wann welche Kennzahl

  • Mittelwert: bei gleichmäßiger Verteilung ohne Extreme, wenn jeder Wert zählen soll (z. B. Notenschnitt).
  • Median: bei Ausreißern oder deutlicher Schiefe (Einkommen, Immobilienpreise, Preisentwicklung).
  • Modus: bei kategorialen Daten, etwa beliebteste Farbe oder häufigste Größe.

Praktisch anwenden

Der Mittelwertrechner liefert die Kennzahlen schnell. Bei größeren Datenmengen oder Interesse an der Verteilungsform ergänzen Sie den Standardabweichungsrechner – gleicher Mittelwert bei anderer Streuung kann völlig andere Situationen beschreiben.

Gewöhnen Sie sich bei jeder Statistik drei Fragen an: Wie wurde gerechnet? Wer wurde erfasst? Gibt es Ausreißer? Damit entkräften Sie die meisten irreführenden Zahlen.