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Mathematik5 Min. Lesezeit

Prozentuale Zu- und Abnahme: Achten Sie auf die Bezugsgröße

Erst +50 %, dann −50 % bringt Sie nicht zum Start zurück. Wer die Basis versteht, vermeidet teure Fehler beim Investieren und Einkaufen.

Prozentrechnung gehört zu den am häufigsten falsch angewandten Dingen im Alltag – und fast immer aus demselben Grund: der falschen Bezugsgröße.

Die Grundformeln

  • Veränderung = (neu − alt) ÷ alt × 100 %
  • Neu = alt × (1 + Zunahme%)
  • Alt = neu ÷ (1 + Zunahme%)

Entscheidend ist die zweite Zeile: Prozente beziehen sich immer auf den Ausgangswert. Prüfen Sie es mit dem Prozentrechner.

Die klassische Falle: Gewinn und Verlust sind nicht symmetrisch

Eine Aktie steigt von 100 auf 150 – plus 50 %. Fällt sie anschließend von 150 zurück auf 100, beträgt der Verlust (100 − 150) ÷ 150 = −33,3 %, nicht −50 %. Dieselbe Bewegung von 50, aber die Basis hat sich von 100 auf 150 verschoben.

Erst +50 %, dann −50 % ergibt 100 × 1,5 × 0,5 = 75 – also 25 % Verlust. Das ist der Preis der Asymmetrie.

Weitere Falle: Prozentpunkte versus Prozent

Steigt ein Zins von 4 % auf 5 %, kann man von „einem Prozentpunkt mehr“ oder von „25 % mehr“ sprechen – (5 − 4) ÷ 4. Beides ist korrekt, bedeutet aber Unterschiedliches; in den Medien wird das gern zur Dramatisierung vermischt. Prüfen Sie, was gemeint ist.

Praxisbeispiele

  • Rabatt: 20 % weniger heißt 80 % des Originalpreises zahlen.
  • Trinkgeld: 15 % auf eine Rechnung von 200 ergibt 200 × 1,15 = 230.
  • Bruttopreise: bei 5 % Steuer gilt netto = brutto ÷ 1,05 – nicht mit 0,95 multiplizieren.
  • Anlagerendite: (Verkaufspreis − Kaufpreis + Dividenden) ÷ Kaufpreis × 100 %.

Für weitere Steuer- und Rabattfälle nutzen Sie den Rabattrechner und den Prozentrechner.