Nominalzins, Realzins und Effektivzins: Lassen Sie sich nicht täuschen
Ist „12 % pro Jahr“ dasselbe wie „1 % pro Monat“? Sobald Zinseszinsen ins Spiel kommen, nicht – und der Unterschied kostet Geld.
Kreditwerbung liebt „0,5 % pro Monat“. Sparkassen lieben „4 % p. a.“. Beides klingt vernünftig – wer die Zinsberechnung nicht versteht, unterschätzt die wahren Kosten und überschätzt den wahren Ertrag.
Drei Begriffe, die Sie trennen müssen
- Nominalzins: der im Vertrag ausgewiesene Jahreszins ohne Berücksichtigung der Zinsperioden.
- Periodenzins: der Zins je Zinsperiode – Monatszins = nomineller Jahreszins ÷ 12.
- Effektiver Jahreszins: die tatsächliche Jahresbelastung oder -rendite inklusive Zinseszinseffekt.
Wie die Zinsperiode den Unterschied macht
Ein Nominalzins von 12 % bei jährlicher Zinsrechnung ergibt 12 % effektiv. Bei monatlicher Rechnung beträgt der Periodenzins 1 % und die tatsächliche Jahresbelastung (1 + 1 %) ^ 12 − 1 ≈ 12,68 %. Tägliche Zinsrechnung treibt den Wert weiter nach oben.
Der Unterschied wirkt gering, doch bei großen Summen über Jahrzehnte ist es echtes Geld. Rechnen Sie Produkte vor dem Vergleich immer auf dieselbe Basis um.
Praktisches Vorgehen
Fragen Sie bei jedem Angebot dreierlei: Wie hoch ist der nominelle Jahreszins? Wie oft wird abgerechnet? Welche Gebühren fallen an? Viele „Niedrigzins“-Produkte verstecken die wahren Kosten in Gebühren. Geben Sie verschiedene Werte in den Kreditrechner ein und vergleichen Sie Rate und Gesamtkosten.
Für Sparen und Anlegen nutzen Sie den Zinseszinsrechner, um reale Erträge bei verschiedenen Zinsperioden zu schätzen und sich nicht von Werbeangaben täuschen zu lassen.
